Qualitätsentwicklung in der Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die ANU Niedersachsen/Bremen setzt sich seit 2008 für ein partizipatorisch entwickeltes Zertifizierungssystem ein, das einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung unter den BNE-Anbietern in den NUN-Ländern leisten soll. Dieses System lehnt sich an die schleswig-holsteinische Praxis an.

Warum sollte es ein Zertifikat für außerschulische Bildung und Weiterbildung im Arbeitsfeld BNE geben? Gute Qualität von Bildungsangeboten, die für alle transparent ist, erleichtert Entscheidungen: Einerseits innerhalb der Bildungseinrichtungen, etwa damit die Programmplanung mit Weitsicht erfolgen kann und diejenigen, welche die Bildungsarbeit organisieren und durchführen sich gezielt qualifizieren können. Andererseits als Orientierungshilfe für die NutzerInnen, um sie zur Teilnahme zu motivieren. So lässt sich die außerschulische Bildung in Qualität und Quantität optimieren.

Nicht zuletzt kann durch ein Qualitätssiegel Akzeptanz geschaffen werden, auf dem Bildungsmarkt, unter den NROs (Nichtregierungsorganisationen) aber auch in den staatlichen Einrichtungen und der Politik.

Historie / Entstehungskontext: Initiator ist die Norddeutsche Partnerschaft zur Unterstützung der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung" 2005 – 2014 (NUN), in der sich Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zusammengetan haben – Bremen nimmt zunächst als Gast teil (www.nun-dekade.de). Mit der Entwicklung einer gemeinsamen NUN-Zertifizierung von BNE-Bildungsangeboten und Einrichtungen wurde 2008 die AG Qualitätsentwicklung und Zertifizierung für außerschulische Bildungseinrichtungen und Anbieter im Rahmen von BNE beauftragt. Ziel ist es, die Qualitätsentwicklung für außerschulische Bildungsanbieter in Norddeutschland voranzutreiben. Als Ausgangspunkt dienten die Erfahrungen und Kriterien des schleswig-holsteinischen Zertifizierungssystems für Bildungszentren und Bildungspartner für Nachhaltigkeit, welches bereits seit 2004 erfolgreich im Einsatz ist (www.bne.schleswig-holstein.de). 

Die Erarbeitung der NUN-weiten Qualitätskriterien und des Zertifizierungskonzeptes erfolgte interdisziplinär mit Behördenvertretern der norddeutschen Bundesländer und der Mitwirkung von NROs. In Niedersachsen ist das Kultusministerium Partner im Prozess zur Entwicklung einer Zertifizierung; in anderen Bundesländern engagieren sich (auch) die Umweltministerien. Über sogenannte Basiskonferenzen wurden die Akteure aus der außerschulischen Bildung einbezogen, die Qualitätskriterien und das Verfahren diskutiert – ein fortlaufender Prozess.

Stand der Zertifizierung: Das Konzept und die Qualitätskriterien liegen vor und wurden länderspezifisch angepasst, mit einem gemeinsamen Marketing wurde begonnen. In den einzelnen NUN-Ländern ist die Einführung der Zertifizierung unterschiedlich weit fortgeschritten:

Inzwischen finden sich bundesweit Nachahmer. Das Zertifizierungssystem überzeugt über die NUN-Mitgliedsländer hinaus und dient in Baden-Würtemberg, NRW und Hessen als Grundlage für länderspezifische Ansätze. Aktuell macht sich auch Brandenburg auf den Weg.

Meilensteine:
- Aktuell wird die länderübergreifende Rahmen-Vereinbarung zur Zertifizierung erarbeitet.
- Seit 2012 werden in einem gemeinsamen Marketingkonzept Akzente gesetzt. Ein Signet, das Logo und die Zertifikate wurden gestaltet, flankierende Maßnahmen sind in Planung.
- Auf der NUN-Konferenz 2011 in Wolfsburg wurden mehrere Marketingkonzepte für das Zertifizierungssystem vorgestellt.
- Erstellung der Informations-Broschüre „Qualitätsentwicklung in der außerschulischen Bildung – Zertifizierung außerschulischer Anbieter im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)".
- Auf der NUN-Konferenz 2009 in Schwerin wurde eine Resolution erarbeitet, die den Ansatz und das weitere Vorgehen näher beschreibt („Schweriner Erklärung“).

Die NUN-AG „Qualitäts-Entwicklung und Zertifizierung für außerschulische Bildungseinrichtungen und Anbieter im Rahmen von BNE“ freut sich über weitere Aktive, die sich für eine norddeutsche Qualitätsentwicklung in der BNE einsetzen wollen.

Die ANU Niedersachsen/Bremen ist vertreten durch das Vorstandsmitglied Eva Siekierski. Sie ist Ansprechpartnerin der NUN AG Zertifizierung für die ANU Mitglieder in Niedersachsen und Bremen.

Kontakt: Eva Siekierski
Tel.: 04133–4465
E-Mail: es(at)ausstellungsberatung.com

Stand: Februar 2013       

Vernetzung in der Bildung für nachhaltige Entwicklung

Verleihung von Zertifikaten in Schleswig-Holstein
So könnte das Logo aussehen, das die ausgezeichneten Einrichtungen in Niedersachsen tragen dürfen.