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Ein Vortrag vom ANU-Mitglied Angelika Schichtel an der Leuphana Universität Lüneburg

Mit Angelika Schichtel hatten 23grad und der Career Service der Universität Lüneburg im November 2017 eine wahre Kennerin und Könnerin der Umweltbildung zu Gast. Sie begann ihren Vortrag mit einer eleganten Modenschau. Im Mittelpunk stand ein einziger Mantel - schick, exklusiv, aus wertvollem Material: Muttis „Umstandsmäntelchen“, nun schon 50 Jahre alt. Er wird gut gepflegt, lockere Knöpfe werden hin und wieder angenäht, man sieht ihm das Alter einfach nicht an. Dieser Mantel kann ein perfekter Einstieg in das Thema Abfall, Konsumverhalten oder Gerechtigkeit innerhalb der Wertschöpfungskette unserer Kleidung sein.

Für Angelika Schichtel ist er ein Symbol für das Ziel ihrer Umweltbildungstätigkeiten - den Fußabdruck zu verkleinern und den Händeabdruck zu vergrößern. Nur so werden Menschen motiviert, selbst nachhaltig zu handeln.

Und das hat Angelika Schichtel in vielfältigen Umweltbildungsprojekten umgesetzt. Nach dem Studium legte sie z.B. den Biotopgarten der Uni Lüneburg an, baute das Elbtal-Haus in Bleckede mit auf und setzte die Ausstellung "Menschen am Fluss" im Biosphärium Elbtalaue um. Sie arbeitete bei der Klimaschutzagentur Region Hannover, der Klimawerker-Agentur in Lüneburg und leitete FÖJ-Seminare, bevor sie dann acht Jahre in der Bundesgeschäftsstelle der ANU tätig war. Dort arbeitete sie an bundesweiten Projekten zum Thema Abfall, Energie, Umweltbildung mit Geflüchteten und Transformation von unten.
Seit fast zwanzig Jahren ist Umweltbildung ihr Beruf. An diesem Rückblick wird deutlich, wie viel es zu tun gab und immer noch gibt: Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ist in allen Berufsfeldern nötig - Technik, Naturschutz, Kultur, Demokratiebildung oder Werteorientierung.

Mit ihren vielfältigen Aufgaben wuchsen die Anforderungen und somit ihr Wissen und Können. Nach jedem Job konnte Angelika Schichtel etwas in ihre Werkzeugkiste legen: Bei der Arbeit im Biosphärenreservat z.B. Artenkenntnis und das Agieren im Spannungsfeld zwischen Ökologie und Gesellschaft, bei der Klimaschutzagentur die Stadteilentwicklung und interkulturelle Umweltberatung, bei den Klimawerkern den Aufbau von Partnernetzwerken im Bereich Klimaschutz und Handwerksbetriebe und bei der Bundesgeschäftsstelle der ANU die Organisation von bundesweiten Projekten, die Qualitätsentwicklung der BNE und das Stellen von EU-Förderanträgen.  

Die Qualitätsentwicklung der BNE und ihr weltweites Vorankommen ist eine globale Aufgabe. UmweltpädagogInnen arbeiten an ihr, sie sind die Pioniere, die Wegbereiter.

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung, die Sustainable Development Goals (SDGs), sind politische Zielsetzungen der Vereinten Nationen.
Sie sollen "bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung".

Angelika Schichtel macht es uns vor, wie diese Ziele angepackt werden können. Netzwerke wie 23grad und die ANU sind dabei bedeutungsvolle Zusammenschlüsse wichtiger Akteure, um sich gegenseitig zu unterstützen und zu bestärken.

Oda Schreiber, ANU Niedersachsen/Bremen e.V.