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Aktuelle Projekte

Qualitätsentwicklung in der Bildung für nachhaltige Entwicklung

BNE-Zertifizierung in den NUN-Ländern

Die ANU Niedersachsen/Bremen setzt sich seit 2008 für ein partizipatorisch entwickeltes Zertifizierungssystem ein, das einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung unter den BNE-Anbietern in den NUN-Ländern leisten soll. Dieses System lehnt sich an die schleswig-holsteinische Praxis an. [mehr]

Bundesweites Kindergartenprojekt Leuchtpol: Energie und Umwelt neu erleben

Der größte Fachverband für Umweltbildung in Deutschland, die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bundesverband e. V. (ANU), startet mit „Leuchtpol – Energie und Umwelt neu erleben“ das bisher umfangreichste Nachhaltigkeits- und Bildungsprojekt im Elementarbereich in Deutschland. (Titelstory von ökopädNEWS Nr. 199, April 2009) [mehr]

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Die Besetzung des Regionalbüros in Hannover: Andrea Werneke, Gabriele Nitschke, Dagmar Moldehn und Astrid Hölzer (von rechts) Die Besetzung des Regionalbüros in Hannover: Andrea Werneke, Gabriele Nitschke, Dagmar Moldehn und Astrid Hölzer (von rechts)
Die Besetzung des Regionalbüros in Hannover: Andrea Werneke, Gabriele Nitschke, Dagmar Moldehn und Astrid Hölzer (von rechts)

Leuchtpol in Niedersachsen und Bremen

"Leuchtpol - Energie und Umwelt neu erleben" ist nicht nur das größte Projekt des ANU Bundesverbandes, sondern auch des ANU Landesverbandes Niedersachsen/Bremen.

Unter dem Namen "Leuchtpol" wird seit Herbst 2008 ein innovatives Bildungsprojekt zur Förderung von Bildung für nachhaltige Entwicklung im Kindergarten durch acht Regionalbüros und die Projektzentrale in Frankfurt bundesweit umgesetzt.

Bis zum Ende der Projektlaufzeit Ende 2012 sollen insgesamt 4.000 Tageseinrichtungen für Kinder erreicht werden. Das sind ca. 10% aller Kindergärten in Deutschland.

Der Vorstand des ANU Landesverbandes Niedersachsen/Bremen hatte sich seinerzeit um die Regionalkoordinierung von Leuchtpol beworben und wurde schließlich mit der Einrichtung des Regionalbüros in Hannover beauftragt. Dieses nahm im Mai 2009 seine Arbeit unter der Leitung von Andrea Werneke auf.

Andrea Werneke bringt ihre langjährige Erfahrung als pädagogische Leiterin bei der Aktion Fischotterschutz sowie als Vorstandsmitglied des ANU-Landesverbandes ein und hat in Dagmar Moldehn und Astrid Hölzer erfahrene Pädagoginnen für Bildung für nachhaltige Entwicklung als Kolleginnen gefunden. Ergänzt wird das Team durch die Projektassistentin Gabriele Nitschke, die als Office Managerin Telefon, Fax und Briefverkehr fest im Griff hat.

Warum Leuchtpol?

Energie ist ein Schüsselthema für eine nachhaltige Entwicklung, das global über Lebenschancen und Lebensqualitäten der Menschen entscheidet. Das Anliegen von Leuchtpol ist es, Bildung für nachhaltige Entwicklung im Elementarbereich am Beispiel des Themas Energie und Umwelt stärker zu verankern.

Die neueren Erkenntnisse der Hirnforschung und der Neurobiologie in Bezug auf die zentrale Bedeutung der Altersphase 0-6 Jahre für das Lernen und die Entwicklung von Kompetenzen sowie Werthaltungen haben u. a. dazu beigetragen, dass Tageseinrichtungen für Kinder heute mehr denn je als erste Bildungsinstitutionen angesehen werden.

Das umweltpädagogische Angebot für Kindergärten hielt in der Vergangenheit hauptsächlich Angebote der Naturpädagogik bereit und zielte weniger auf die Ausbildung von Kompetenzen im Hinblick auf die Gestaltung einer Zukunft ab, die sich am Prinzip der Nachhaltigkeit orientiert. Darüber hinaus wurden Projekte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung bislang vorwiegend im schulischen Bereich umgesetzt, die Kindergärten wurden dabei nur wenig berücksichtigt.

Die Inhalte

Energie begegnet Kindern und Erwachsenen im Kindergarten-Alltag überall: Licht wird angeschaltet, die Heizung ist warm und das Radio läuft. Energie ist etwas Alltägliches, über deren Besonderheit wir uns bewusst werden, wenn sie fehlt. Dann werden Kinder neugierig und forschen: Wo kommt die Energie her? Können wir sie selbst herstellen? Und wozu benötigen wir sie eigentlich? In Bezug auf die Themenfelder "Energie und Umwelt" wird bei Leuchtpol von den Energiedienstleistungen wie Licht, Wärme, Mobilität oder Ernährung ausgegangen. Hierzu entstehen Lernsituationen, die das Selbstlernen der Kinder fördern. Allerdings gibt es kein zentral entwickeltes Fortbildungskonzept, welches bundesweit umgesetzt wird. Vielmehr setzt das Projekt auf inhaltliche und didaktische Vielfalt, welche sich in spezifischen pädagogischen Konzepten der Regionalbüros abbildet.

Die Arbeitsfelder

Zentrales Arbeitsfeld im Rahmen des Projektes sind berufsbegleitende, fünftägige Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher mit den Themenfeldern "Energie und Umwelt", "Bildung für nachhaltige Entwicklung" sowie "Elementarpädagogik". Zwischen den Modulen ist ausreichend Zeit eingeplant, um ein Praxisprojekt in der Tageseinrichtung umzusetzen, welches zu dokumentieren ist. Für die praktische Umsetzung bietet das Regionalbüro Beratungen im Kindergarten an.

Jede teilnehmende Einrichtung erhält eine umfachreiche (Basis-)Materialkiste mit Fachliteratur und Kinderbüchern sowie Spiel- und Experimentiermaterialien. Zu zwei Vertiefungsthemen können nach dem Einstiegsmodul weitere Materialkisten angefordert werden. Die derzeitigen Vertiefungsmodule sind:

  • Was die Sonne alles kann
  • Energie aus Wind und Wasser
  • Ernährung und Mobilität.

Weitere Vertiefungsthemen werden in den nächsten Jahren entwickelt. Ergänzt werden die Materialkisten durch regionale Angebote, z. B. Umweltbildungsprogramme an außerschulischen Lernorten für die Kinder oder Energieberatungen vor Ort. Diese Angebote stammen von diversen Kooperationspartnern und können aus einem Katalog von den Erzieherinnen und Erziehern ausgewählt werden.

Die Projektpartner

Der Bundesverband der ANU hat für die Umsetzung des Projekts Leuchtpol die gleichnamige gemeinnützige Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt gegründet und ist alleiniger Gesellschafter von Leuchtpol.

Das interdisziplinär zusammengesetzte Institut für integrative Studien (infis) an der Leuphana Universität Lüneburg führt unter der Führung von Prof. Dr. Ute Stoltenberg die wissenschaftliche Begleitung des Projekts durch.

Die E.ON AG fördert das Projekt finanziell. Das Projekt ist Teil der internationalen Initiative "Energie für Kinder", mit der ein verantwortungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen erlernt werden soll.

Tätigkeiten des Regionalbüros in Hannover

Die Hauptaufgabe besteht in der Konzeption und Umsetzung von fünftägigen Fortbildungsreihen zum Themenfeld „Energie und Umwelt“, die sich ausschließlich an pädagogische Fachkräfte aus anerkannten Kindertageseinrichtungen richten (zu einem geringeren Prozentsatz auch an FachschülerInnen). Hierbei werden die Teilnehmenden qualifiziert, Bildung für nachhaltige Entwicklung am Beispiel von Energie und Umwelt in ihrer Einrichtung mit Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren umzusetzen.

Übergeordnetes Ziel ist dabei, dass die Kinder Werthaltungen zu Energie und den dahinter stehenden Ressourcen entwickeln. Dahinter verbirgt sich natürlich auch ein Beitrag zum Klimaschutz, denn die Gewinnung von Energie und deren Verbrauch ist das Schlüsselthema in Bezug auf den Klimawandel. Somit eignet sich das Thema hervorragend, um Bildung für nachhaltige Entwicklung in die Kindertagesstätten zu tragen und zu verdeutlichen, welche Kompetenzen zur Gestaltung einer am Prinzip der Nachhaltigkeit ausgerichteten Zukunft notwendig sind.

Wie sieht das konkret in den Fortbildungen aus? In Niedersachsen und Bremen werden die Fortbildungen an fünf Standorten z. T. in Zusammenarbeit mit örtlichen Partnern umgesetzt. Für jeden Standort gibt es entsprechend den örtlichen Gegebenheiten und Erfahrungen der Partner jeweils ein eigenes Fortbildungskonzept.

Am Standort Hannover startete der erste Durchgang im November 2009 mit einem zweitägigen Einführungsmodul, das hier beispielhaft vorgestellt werden soll. Unter der Überschrift „Energie direkt und indirekt“ befassten sich die Teilnehmenden in Experimentierwerkstätten mit den Kräften von Wind und Wasser, deren Energie direkt erfahrbar ist, z. B. mit Hilfe eines Windrades. Mit Strom als indirekter Energieform, die erst durch Umwandlung primärer Energieträger entsteht, setzten sich die ErzieherInnen in Lernwerkstätten mit elektrischen Alltagsgeräten und der Auswirkung ihres Stromverbrauchs auf den Stromzähler auseinander. Darüber hinaus gab es eine Einführung in das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung und der handlungsorientierten Vorstellung einiger Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz in Kleingruppenarbeit.

„Energie früher und heute“ war der Themenschwerpunkt des zweiten Tages, der auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Gut Adolphshof stattfand. Am Beispiel der Lernstationen  „Vom Korn zum Brot“ mit dem Fokus des Energieeinsatzes in der Landwirtschaft erlebten die Teilnehmenden den Wandel zur industrialisierten Landwirtschaft, der nur durch die Verfügbarkeit von Energie möglich wurde.

Dieses Beispiel verdeutlicht die Veränderung der Lebensverhältnisse unserer Gesellschaft einhergehend mit der immer größer werdenden Verfügbarkeit von Energie.

Das zweitägige Vertiefungsmodul beschäftigte sich mit „Energie hier und woanders“ sowie „Energie drinnen und draußen“. Der Abschlusstag im Mai 2010 stand ganz im Zeichen des Austausches der Teilnehmenden untereinander über ihre bis dahin umgesetzten Praxisprojekte. Ergänzt wurden die am Thema „Energie und Umwelt“ ausgerichteten Inhalte durch Module zur Partizipation (Zukunftswerkstatt mit Kindern), zum kindlichen Lernen und der Rolle der ErzieherInnen als LernbegleiterInnen sowie zu weiteren Zugangswegen zum Thema wie z. B. das Philosophieren mit Kindern.

Die skizzierten Inhalte machen deutlich, dass die Fortbildungen über das Experimentieren als ein Zugangsweg zu Energie und Umwelt hinausgehen und weitere Zugangswege vorstellen, die sich am Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausrichten. Das bescheinigt auch die Auszeichnung von Leuchtpol als offizielle Maßnahme im Rahmen der UN Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Die Standorte und Partner der Fortbildungen sind:

  • Region Hannover
  • Region Südniedersachsen in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Umweltbildung und Globales Lernen (KUGL) sowie dem Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Rheinhausen
  • Region Bremen in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Hollen
  • Region Lüneburg in Zusammenarbeit mit dem Schubz Umweltbildungszentrum der Hansestadt Lüneburg.

Kontakt

Leuchtpol gGmbH
Regionalbüro Niedersachsen/Bremen
Goebenstr. 3a
30161 Hannover
Tel. 0511-26090870
Fax 0511-26090873
rb.niedersachsenbremen(at)leuchtpol.de

www.leuchtpol.de

www.leuchtpol.de/regionalbueros/niedersachsen-bremen/

 

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